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Lightwriter

LIGHTWRITER

Werden Sie zum „Lightwriter“

Auch im Kölner Stadtanzeiger vom 12.05.2010 erschien ein interessanter Bericht zu dieser Thematik.


Als Lightwriter (auf Deutsch: Lichtschreiber) bezeichnet man schlicht jemanden, der mit Licht malt. In der einfachsten Form braucht er dafür lediglich eine Lichtquelle und eine Kamera. Einen Computer jedoch benötigt er zum Erstellen der Bilder nicht. Bei der Wahl der Motive sind ihm kaum Grenzen gesetzt. Von einfachen Schriftzügen über Muster bis hin zu Figuren ist alles möglich. Da das Fotografieren der nächtlichen Stadt schon immer eine besondere Herausforderung sowohl für Profis als auch für Hobbyfotografen war, sind auch hier immer mehr Lightwriter zu finden.


Erste Schritte der Lightwriter

Die ersten Lightwriter gab es jedoch im Underground, weshalb sie häufig mit Graffitisprayern verglichen werden. Tatsächlich haben einige ehemalige Sprüher darin eine neue, legale Art gefunden, um ihre künstlerische Ader auszuleben. Allerdings braucht ein Lightwriter, der sein Handwerk auch Lichtgraffiti nennt, keine Spraydosen und hinterlässt keine unliebsamen Spuren. Auch eine andere Gemeinsamkeit von Graffitisprayern und Lightwritern ist auffällig: Beide ziehen nachts los, um ihre Kunstwerke zu schaffen. Aus der Graffitiszene wird jedoch wegen fehlender Provokation Kritik gegenüber den Lightwritern laut. Trotzdem haben sich vor allem in Köln und Berlin Lightwriter mit eigener Szene mittlerweile etabliert. In Berlin soll sogar erstmals ein Lightwriter-Festival stattfinden.


Videolink



Schon Picasso war ein Lightwriter

Für Außenstehende geben die blinkenden Lampen und Lichter der Lightwriter trotzdem ein wundersames Bild ab. Schließlich ist diese Kunst noch nicht sehr bekannt, obwohl bereits Pablo Picasso sich mit dieser Art der Fotografie beschäftigte. Seitdem gab es immer wieder bekannte Künstler wie z. B. Mary Kelly, die Lichteffekte bei ihren Fotografien anwendeten. Jedoch erweitern sich mit dem Fortschritt der Technik zusehends die Möglichkeiten der Lightwriter. So können die Künstler dank moderner Digitalkameras ihre Bilder nun direkt begutachten und gegebenenfalls wiederholen. Außerdem ist über das Internet die Verbreitung zeitnah und umfangreich möglich. Aber nicht nur für das Verbreiten der eigenen Arbeiten sondern auch als neue Inspiration wird das Internet von den Künstlern genutzt.


Lightwriter werden

Und so einfach funktioniert Lightwriting: Nachdem man die Kamera auf einem Stativ befestigt, auf Langzeitbelichtung (ca. 30 Sek. oder nach Wunsch auch kürzer oder länger) umgestellt und die Blende sehr klein eingestellt hat, kann es losgehen. Durch die Einstellungen werden lediglich alle unbeweglichen und besonders hellen Motive von der Kamera erfasst. Das Besondere: Den sich bewegenden Lightwriter kann man auf den späteren Bildern nicht sehen. Anders ist dies natürlich, wenn er länger auf einer Stelle steht. Dabei gilt, je länger der Lightwriter an einer Stelle verweilt, desto besser ist er zu erkennen. Nun können mit Taschenlampen, LED-Leuchten oder anderen Lichtquellen, wie z. B. auch Wunderkerzen, beliebig Bilder in die dunkle Stadtlandschaft gemalt werden. Bewegungen heller Objekte werden dabei wie Spuren ins Bild gebrannt. Allerdings sollte der Ort, an dem „gemalt“ wird nicht zu hell sein, damit der Kontrast zur Lichtquelle ausreichende groß ist. Bei der Kunst der Lightwriter geht es aber ebenso darum, die Umgebung mit einzubeziehen. Daher sollte die Kulisse bewusst nach den Begebenheiten der Stadt ausgewählt und Besonderheiten des Ortes berücksichtigt werden.


Wie werde ich zum Lightwriter?



Vom Bild zum Film

Mit etwas Geschick sind auch Filme durch Stopptrick und Einzelbild-Animation möglich. Dabei werden die einzelnen Bilder aneinander gereiht, so dass eine Filmsequenz entsteht. Als Lightwriter-Neuling sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen, wenn die Arbeiten nicht auf Anhieb den Vorstellungen entsprechen. Um etwas anspruchsvollere Bilder herzustellen, braucht man einiges an Fantasie und Übung. Besonders aufwändige oder mehrfarbige Bilder sind schwierig herzustellen. Eine sichtbare Leinwand, auf der einzelne Striche oder Punkte ergänzt werden können, gibt es schließlich nicht. Die Mühe lohnt sich allerdings, da am Ende witzige Bilder mit teilweise verblüffenden Effekten entstehen. Lichtstrichmänchen auf Parkbänken sitzend oder Brief- und Stromkästen durch lustige Gesichter zum Leben erweckt sind nur zwei Beispiele.


Experten gehen davon aus, dass es auch in Zukunft noch zahlreiche witzige und atemraubende Bilder von Lightwritern geben wird. Sogar Apple bietet schon einen App „Light-Writer“ an, mit dem sich ähnliche Bilder zaubern lassen. Insgesamt besticht die Einfachheit der Technik. Nachahmen ist daher ausdrücklich erwünscht.